Bayernliga Süd: Abschluss und Abschied in Geretsried
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| Der TSV Nördlingen will im letzten Spiel gegen Geretsried die Saison erfolgreich abschließen. Foto: Dieter Mack (Archivbild) |
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16.05.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten (Nico Lutz)
Am letzten Spieltag gastieren die Rieser in Geretsried, Trainer Daniel Kerscher blickt auf seine Amtszeit zurück. Worauf der 41-Jährige besonders stolz ist.
Die Taschentücher und Abschiedsgeschenke aus dem letzten Heimspiel sind verstaut, vor der Sommerpause geht es für den TSV Nördlingen ein letztes Mal auf Reisen. Das Saisonfinale führt die Rieser nach Geretsried ins Isaraustadion, Anpfiff der Partie ist an diesem Samstag um 14 Uhr (Schiedsrichter Fridolin Hiefner). Mit einem Finale hat die Partie sowieso nur sprichwörtlich zu tun, tabellarisch geht es für beide Teams um wenig.
Ligadebütant TuS Geretsried gelang der Klassenerhalt bravourös, die Oberbayern konnten 41 Zähler sammeln und so früh die Weichen für eine zweite Bayernliga-Saison stellen. Das gilt auch für den Tabellenzehnten aus Nördlingen, der nach 31 Spielen bei 44 Punkten steht und sich mit einem Sieg noch um eine Position verbessern kann.
Trainer Daniel Kerscher beschließt seine zweite Amtszeit im Rieser Sportpark mit einer ansehnlichen Bilanz: In den 63 Ligapartien unter seiner Leitung gelangen dem TSV 23 Siege und 16 Unentschieden bei 24 Niederlagen. „Grundsätzlich bin ich zufrieden: Wir haben jeweils unser Minimalziel, den Klassenerhalt, frühzeitig erreicht. Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir die Spielzeit mit einem Auswärtssieg in Kottern - für uns immer ein schwieriges Pflaster - und mit 14 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz beenden, hätte ich das natürlich sofort unterschrieben“, betont der scheidende Coach. Erst recht, weil der Start für die Rieser unter erschwerenden Vorzeichen stand: „Wir dürfen speziell diese Saison nicht vergessen, dass einige Führungsspieler aus schweren Verletzungen kamen und naturgemäß ein bisschen Anlaufschwierigkeiten hatten.“
Mitte der Runde fanden die Rieser dann ihren Rhythmus, was zu einer beeindruckenden Formsteigerung führte. Dementsprechend ist Kerscher besonders stolz auf die Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage, zwischen Anfang Oktober und Anfang April holte Nördlingen acht Siege und vier Unentschieden. Dass am Ende sogar eine bessere Platzierung möglich gewesen wäre, lässt den 41-Jährigen jedoch nicht ganz los: „Den Niederlagen in der Hinrunde gegen Hauzenberg und Türkspor Augsburg trauere ich weiterhin nach. Sie waren unnötig und mit den verlorenen Punkten wären wir am Ende vielleicht unter den Top sechs gelandet. Zufrieden ist man also nie zu 100 Prozent“, so sein Fazit.
Fast jedes Jahr habe es einen großen Umbruch gegeben. Er erinnert an schmerzhafte Abgänge, im Jahr 2024 waren das etwa Felix Käser, Jonathan Grimm, Mirko Puscher und Paul Rauser. Entsprechend begründet Kerscher auch seine Spielphilosophie: „Aus meiner Sicht muss sich der Trainer an seine Spieler anpassen. Aber grundsätzlich wollten wir eher die spielerische Lösung, worauf wir in der Spielvorbereitung großen Wert gelegt haben.“ Die Mannschaft inklusive Torhüter Daniel Martin habe in diesem Bereich enorme Fortschritte gemacht – und das, obwohl in der Bayernliga „sehr häufig der lange Ball gesucht wird“, wie der Coach mit Blick auf das jüngste Heimspiel gegen die Junglöwen anmerkt.
Neben der mannschaftstaktischen Reife blickt Kerscher mit Freude auf die individuelle Entwicklung seiner Schützlinge. Die bemerkenswerteste Erfolgsgeschichte schrieb dabei zweifelsfrei Simon Gruber. Nach seinem Kreuzbandriss startete der Angreifer im Jahr 2019 unter Kerscher zunächst in der Nördlinger U-23. Nach der Torjägerkanone 2022 in der Landesliga steht Gruber nun mit 27 Treffern kurz davor, sich auch in der Bayernliga die Krone aufzusetzen – und das trotz namhafter Konkurrenz. „Man muss Simon riesengroßen Respekt für diese Leistung zollen. Das macht mich als seinen langjährigen Trainer schon richtig stolz“, schwärmt Kerscher.
Gruber ist nicht der einzige Akteur, der sich unter seiner Führung weiterentwickeln konnte, wie er hervorhebt: „Mit Daniel Martin, Jens Schüler, Mirko Puscher und Jonathan Grimm haben Spieler, die ich über längere Zeit trainiert habe, den Sprung in die Regionalliga geschafft. Auch darauf bin ich natürlich sehr stolz.“ Den Schlussakkord dieser Ära setzen Kerscher und Co. nun bei Geretsried: „Geretsried ist eine sehr spielstarke Mannschaft, die, ähnlich wie wir, hauptsächlich spielerische Lösungen sucht.“ Im Hinspiel trennten sich die beiden Kontrahenten mit 1:1, für Daniel Kerscher ist die Marschroute klar: „Wir müssen vor allem die Abstände klein halten, um uns gegenseitig zu helfen und dem Gegner so keinen Raum zum Kurzpassspiel lassen.“ Nach drei Niederlagen in Folge will der Coach seine letzte Partie erfolgreich gestalten. Personell wird der TSV wie schon in den vergangenen Wochen Rücksicht auf die eigene U23 nehmen, die um den Klassenerhalt in der Bezirksliga kämpft. „Wir werden mit einem kleinen Kader nach Geretsried reisen. Julian Bosch ist weiter fraglich“, lässt der Trainer wissen.







