Bayernliga Süd: Ein „sehr müder Auftritt“

 
Mario Taglieber (in Schwarz) erzielte das einzige Tor für den TSV Nördlingen. Links Vito Liuzza und im Hintergrund Siegfried Kübler vom FC Ismaning. Foto: Jais

 

04.05.2026 | Quelle: Rieser Nachrichten (Klaus Jais)

Im Fußball-Bayernliga-Spiel des TSV Nördlingen gegen den FC Ismaning verlieren die Rieser 1:3. Beim Gegner glänzt ein Neuzugang mit drei Treffern. Trainer Kerscher zieht klares Fazit.

Die Saison liegt in den letzten Zügen: Fußball-Bayernligist TSV Nördlingen verlor das vorletzte Auswärtsspiel dieser Saison beim FC Ismaning mit 1:3. Dreifacher Torschütze war Ilkan Atak, der sein persönliches Torekonto auf neun Treffer erhöhte. Ihn haben die Ismaninger in der Winterpause verpflichtet. Der 23-jährige Angreifer spielte zuletzt in der Türkei und lebt nun wieder in München. Er stellte sich beim FC Ismaning im Probetraining vor und überzeugte auf der ganzen Linie. Für die Rieser traf Mario Taglieber in der letzten Spielminute; es war das dritte Saisontor des Maihingers.

Bei sommerlichen Temperaturen setzten die Gastgeber bereits nach zwei Minuten eine Duftmarke, als Alessandro Cazorla auf Vito Liuzza spielte und dieser den Außenpfosten traf. Nur eine Minute später legte Nördlingens Julian Bosch zurück auf Simon Gruber, doch Torwart Maximilian Retzer hielt sicher. Schon nach fünf Minuten war Jakob Mayer mit der Gelben Karte belastet, als er Ilkan Atak knapp außerhalb des Strafraums foulte. Jeremie Zehetbauer war zunächst der auffälligste Heimakteur, der einmal an einem auf der Torlinie stehenden TSV-Spieler scheiterte (11.) und dann mit einem Schrägschuss knapp das lange Eck verfehlte (15.).

Die Gäste hatten durchaus gute Offensivszenen: Ein Schuss von Patrick Högg kam zu zentral auf Torwart Retzer (16.), ein 18-Meter-Schuss von Johannes Fiedler wurde noch zur Ecke abgefälscht und diesen Eckball verlängerte Kapitän Jens Schüler ans Außennetz (17.). Nach 26 Minuten war das Spiel für Julian Bosch beendet, der mit einer Oberschenkelzerrung vom Platz ging. Die Qualität der FCI-Chancen nahm zu: Bei einem Schuss von Ilkan Atak aus Kurzdistanz war noch ein Abwehrbein dazwischen (25.), Cazorla brachte eine Hereingabe von Atak aus wenigen Metern nicht im Tor unter (27.) und Siegfried Kübler köpfte nur knapp vorbei (31.). In der 37. Minute gingen die Einheimischen in Führung: Einen strammen Schuss von Altin Maxhuni ließ Torwart Martin nach vorne abprallen, wo Atak goldrichtig stand und abstaubte. Die letzten Szenen vor der Pause gehörten den Gästen, doch Taglieber zielte genau auf den Torwart (39.) und Högg brachte die Kugel auch nicht an Retzer vorbei (45. +1).

In der zweiten Halbzeit war der Unterhaltungswert für nur 135 Zuschauer recht hoch. Atak kam nach einem Fehlabspiel von Torwart Martin zum Schuss, doch aus vollem Lauf zielte er vorbei (49.). Eine Zeigerumdrehung später konnte Martin bei einer Chance von Cazorla gerade noch das 2:0 verhindern (51.). Die Gäste waren jederzeit bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Högg war auffällig, aber nicht torgefährlich. Bernd Rathgeber zwang Torwart Retzer zu einer starken Parade (55.) und fünf Minuten später zielte er aus dem Hinterhalt über das Tor. Auch Fiedler glänzte erneut durch einen Fernschuss, der das Netz streifte. Für Fiedler kam nach 66 Minuten Jan Mielich und der „baute“ mit seinem ersten Ballkontakt einen Elfmeter, wobei Schiedsrichter Alexander Petzke (BSC Surheim, Gruppe Ruperti) eine eigentlich unnötige Grätsche von Mielich an Maxhuni ahndete. Den Strafstoß zimmerte Atak mit vollem Risiko in den Torgiebel (68.).

Die Rieser sahen nicht tatenlos zu, wie die sechste Auswärtsniederlage näherkam, sondern spielten nach vorne. Dabei rückten sie in der 74. Minute zu weit auf, so dass Atak aus allerdings stark abseitsverdächtiger Position allein auf Torwart Martin zulaufen konnte und beim finalen Schuss auch noch Glück hatte, dass die Kugel vom Innenpfosten hinter die Linie prallte. Fünf Minuten später fiel sogar beinahe das 4:0, doch Torwart Martin parierte klasse gegen Zehetbauer. Auch bei einer letzten Chance von Cazorla parierte Martin erstklassig (89.). Der gut beschattete Simon Gruber zwang Torwart Retzer mit einem eher seltenen Rechtsschuss zu einer Glanzparade (83.) und in der Schlussminute gelang Taglieber mit einem unhaltbaren 18-Meter-Schuss nach Zuspiel von Gruber noch eine Resultatsverbesserung.

Xhevat Muriqi (Trainer FC Ismaning): „Unser klares Ziel waren drei Punkte. Personell sah es gut aus: Der Kader ist weitgehend fit, größere Probleme gibt es aktuell nicht. Man hat gemerkt, dass wir die Punkte nötiger brauchen als die Gäste. Ich denke, der Sieg war aber auch verdient, weil wir darüber hinaus auch viele Torchancen ausgelassen haben. Nördlingen war ein unangenehmer Gegner und diese langen Bälle, die sie spielten, waren nicht leicht zu verteidigen. Sie bewegen sich immer gut und sind immer gefährlich.“

Daniel Kerscher (Trainer TSV Nördlingen): „Wir haben heute zwei überragende Torhüterleistungen, sowohl von Daniel Martin als auch von seinem Gegenüber Max Retzer gesehen. Ansonsten war es ein sehr müder Auftritt meiner Mannschaft. Man hat von der ersten Minute an gemerkt, dass es bei Ismaning noch um den direkten Klassenerhalt geht, und uns wahrscheinlich die englischen Wochen in den Knochen steckten. Wir haben uns zwar einige Torchancen erspielt, aber viel zu viele zugelassen. Am Ende leider eine verdiente Niederlage.“

FC Ismaning: Retzer; Kübler, Vourtsis, Zehetbauer, Weber, Liuzza (ab 82. Wild), Krizanac, Maxhuni (ab 86. Kuhn), Cazorla (ab 90. Kozica), Pollio (ab 88. Basaran), Atak (ab 78. Bashota)

TSV Nördlingen: Martin; Fiedler (ab 66. Mielich), Schüler, Bosch (ab 26. Bernd Rathgeber), Hans Rathgeber (ab 76. Schmid), Schröter, Schmidt, Gruber, Taglieber, Högg, Mayer

TPL_BEEZ2_ADDITIONAL_INFORMATION

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok