Landesliga Südwest: Spektakuläre Szenen, aber wieder kein Tor

 
Merings Torwart Adrian Wolf fliegt, Nördlingens Manuel Meyer lauert, aber Gästekapitän Stefan Wiedemann kann die gefährliche Situation bereinigen. Links hinten Lukas Krebold. Foto: Dieter Mack

27. November 2017 | von Klaus Jais

Tabellenführer TSV Nördlingen und der SV Mering liefern sich eine temporeiche Partie mit nur einem Makel

Auch das ist Fußball: Da spielen zwei der besten Mannschaften der Landesliga Südwest, nämlich der TSV Nördlingen und der SV Mering, gegeneinander und schaffen es nicht, in insgesamt 180 Minuten auch nur ein Tor zu erzielen. Nach dem 0:0 in Mering endete auch das Rückspiel im Gerd-Müller-Stadion vor 220 frierenden Zuschauern torlos.

Die Gäste begannen spektakulär und hätten schon nach fünf Minuten zwei Tore erzielen können. Torwart Daniel Martin rettete gegen den vor ihm stehenden Maximilian Obermeyer und nach einem exakten Zuspiel von Andreas Rucht flog der Schuss von Harald Kerber wie an der Schnur gezogen um Zentimeter am Pfosten vorbei. Die Gastgeber, die mit der gleichen Anfangsformation wie beim letzten Punktspiel gegen den FC Memmingen II spielen konnten, fanden gegen die aggressiven Gäste nur sporadisch ins Spiel. Eine Weiterleitung von Philipp Buser mit der Hacke auf Nico Oefele endete nur mit einem Eckball (10.). Eine schlampig ausgeführte kurze TSV-Ecke brachte die nächste Gästechance, doch der Abschluss von Obermeyer geriet zu schwach. Auf der anderen Seite wurde ein 20-Meter-Schuss von TSV-Kapitän Stefan Raab nur knapp am Tor vorbei abgefälscht (23.).

Nach einer halben Stunde war die Zeit der dauernden Ermahnungen durch die Schiedsrichterin ausgeschöpft, endlich zeigte sie die erste gelbe Karte nach einem bösen Foul von Lukas Krebold an Florian Lamprecht. Erst in den letzten zehn Minuten vor der Pause bekamen die Gastgeber die hitzige und intensive Begegnung besser in den Griff. Buser fackelte nach einem Holzmann-Zuspiel nicht lange, doch es fehlten zwei Meter (35.). Holzmann schaltete seinen Turbo ein, doch Oefele wurde gerade noch geblockt. Dann zeigte Oefele ein Mittelding zwischen Flanke und Torschuss, für Torwart Adrian Wolf letztlich keine Gefahr. In diese Überlegenheit des TSV streute Kerber ein Solo ein, aber auch er bot nur einen mittelmäßigen Abschluss (42.). Groß war die Aufregung, als Holzmann über die linke Außenbahn nach innen passte, wo Bajram Gocevic kontrolliert mit der Fußinnenseite zum Torwart zurück spielte. Die Regelung, die einen unerlaubten Rückpass mit einem indirekten Freistoß bestraft, wurde bereits 1992 eingeführt. Die Schiedsrichterin Miriam Bloß (TSV Neunstetten, Gruppe Frankenhöhe Süd) wurde erst einige Jahre später geboren und sie pfiff in Nördlingen erst ihr viertes Landesligaspiel. „Man hat es nicht oft, dass der Referee mit dem Leistungsniveau beider Teams nicht mithalten kann“, übte Nördlingens Trainer Schröter deutliche Kritik an der Leistung der 21-Jährigen.

Auch in die zweite Hälfte hatten die Gäste den besseren Start. Nach einem aus der Mauer zurückgeprallten Freistoß traf Gästekapitän Stefan Wiedemann aus 25 Metern nur die Latte (52.). Nach einer Stunde kam Jonathan Kluczka für den gelbbelasteten Andreas Kaiser neu ins Spiel, wobei der 19-Jährige bereits zuvor eine komplette Partie in der Zweiten gespielt hatte. Die etwas offensivere Variante war schnell spürbar: Oefele setzte sich durch, Rückpass auf Buser, doch der visierte die Latte an (62.). Nur eine Minute später flankte Manuel Meyer über die Abwehr, doch Oefeles Volleyabnahme rauschte über die Latte.

Oefele sorgt mit seiner Hereingabe für Verwirrung

Eine Viertelstunde vor Spielende sorgte wieder Oefele mit einer Hereingabe in die Mitte für Verwirrung in der SVM-Deckung: Wiedemann schoss seinen Mitspieler Gocevic an, doch die Kugel verfehlte das eigene Tor nur knapp. Von den Gästen ging in der letzten halben Stunde keine Gefahr aus, die Gastgeber waren dem Siegtor näher, aber nicht nah genug. Buser konnte ein zu ungenaues Zuspiel von Oefele nicht mehr zielorientiert verwerten (80.) und nach einem Diagonalpass von Holzmann auf Meyer traf der Wemdinger nur das Außennetz.

TSV Nördlingen: Martin; Lamprecht, Kaiser (ab 60. Kluczka), Schmidt, Käser, Raab (ab 74. Mayer), Holzmann, Halbmeyer (ab 46. Schröter), Meyer, Buser, Oefele

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