Landesliga Südwest: Torjubel künstlerisch wertvoll

 

  Begeisterung über den Treffer von Philipp Buser (mit den Beinen in der Luft), mit dem sich Nico Oefele (unten) und Manuel Meyer (Nummer 11) freuen. Foto: Dieter Mack

4. September 2017 | von Klaus Jais

Der TSV Nördlingen gewinnt sein Heimspiel gegen den SC Oberweikertshofen souverän mit 4:0 und ist damit seit sieben Partien ungeschlagen. Ein Akteur ist an allen vier Toren beteiligt

Sieben Spiele in Folge ist Fußball-Landesligist TSV Nördlingen ungeschlagen, was nun auch in der Tabelle zum Ausdruck kommt: Denn nach dem 4:0 (3:0)-Sieg über den SC Oberweikertshofen eroberten die Rieser die Tabellenführung, zumindest für 24 Stunden, denn nach dem 1:0-Auswärtssieg des SV Mering in Ichenhausen mussten sie sie gleich wieder abgeben.

Dabei sah es zumindest in der Anfangsviertelstunde nicht nach dem letztlich klaren Heimsieg aus. Die Gäste spielten aggressiv gegen den Ball und ließen keine Chancen zu. Dann jedoch nach 15 Minuten ein spektakulärer Auftritt von Manuel Meyer, der von Nico Oefele am kurzen Pfosten bedient wurde, doch der Fallrückzieher des Wemdingers verfehlte knapp das lange Eck. Zwei Minuten später konnte sich Meyer dann doch in die Torschützenliste eintragen, als Daniel Holzmann auf dem Weg aus dem Strafraum von Fabian Friedl unnötig gefoult wurde und der gut postierte Schiedsrichter Patrick Höpfler (FC Zell-Bruck, Gruppe Neuburg) sofort auf Strafstoß entschied, den Meyer verwandelte. „Die ersten 20 Minuten hatten wir Anlaufprobleme, bis wir die notwendige Aggressivität erreicht hatten. Der Knackpunkt im Spiel war der Elfmeter zum 1:0. Danach haben wir individuell, aber auch als Mannschaft geglänzt“, meinte TSV-Trainer Andreas Schröter.

Bereits in der 23. Minute folgte das 2:0, als Meyer nach innen gab, wo Gästeinnenverteidiger Daniel Barna schneller am Ball war als der lauernde Oefele und ins eigene Tor traf. Es war das erste Spiel des 30-jährigen Rumänen für den SCO, der eigentlich die Defensive verstärken sollte. Er kam kurz vor Transferschluss vom FC Pipinsried und hat dort sowohl Bayern-, als zuletzt auch Regionalliga-Erfahrung gesammelt. Auch beim 3:0 in der 26. Minute war Meyer beteiligt, denn sein langer Pass erreichte unter Mithilfe der desorientierten SCO-Deckung Oefele und der sah den in der Mitte allein gelassenen Philipp Buser, der problemlos sein achtes Saisontor erzielte. „Wir hatten dann auch die nötige Geduld, um die Chancen zu erspielen und zu verwerten“, meinte Trainer Schröter zum weiteren Verlauf der ersten Hälfte. Die Oberbayern hatten kaum Auftritte in der Offensive. Der einzige im Ansatz gefährliche Schuss von Peter Herger flog knapp am Pfosten vorbei (32.). Aber auch die Rieser waren nur noch einmal dem vierten Tor nahe: Als eine Kopfballabwehr von Barna vor den Füßen von Kapitän Stefan Raab landete, ließ dieser einen kernigen 25-Meter-Kracher vom Stapel, der knapp über die Latte flog (35.).

Die zweite Hälfte war geprägt von verstärkten Offensivbemühungen der Gäste, doch gegen die Kopfballhoheit der Innenverteidiger Felix Käser und Nico Schmidt kamen sie nicht an. Unter dem Strich blieb auch vom zweiten Abschnitt nur ein einziger SCO-Schuss in Erinnerung. Diesmal lenkte Torwart Martin den Schuss von Felix Hochholzer über die Latte (69.). Kurz zuvor hatte Meyer für die erste TSV-Gelegenheit gesorgt, doch er visierte das Außennetz an. Man hatte trotz Feldüberlegenheit der Gäste nie das Gefühl, als würde der Gegner dem Spiel noch eine Wende geben können. Das dritte „zu-Null“ in Folge war nicht in Gefahr, auch wenn die Rieser nicht mehr richtig ihre spielerische Linie fanden. In der 74. Minute sogar das 4:0, an dem erneut Manuel Meyer einen Anteil hatte. Er wurde von Friedl klar gefoult (es gab hierfür die einzige gelbe Karte im gesamten Spiel) und Holzmann zimmerte den Freistoß aus 20 Metern wie einen Strahl ins lange Eck. Torwart Nico Theiß musste damit bei seinem Landesligadebüt zum vierten Mal hinter sich greifen. „Herausheben möchte ich diesmal Manuel Meyer, der sich immer mehr in den Dienst der Mannschaft stellt“, meinte TSV-Trainer Schröter abschließend, schließlich war Meyer an allen vier Toren beteiligt. Und beim SCO darf nach der erneuten Niederlage stark bezweifelt werden, dass die Unruhe im Umfeld weniger wird. Das Kriseninterventionsteam, bestehend aus Trainer Sven Kresin, Co-Trainer Qemajl Beqiri und Manager Uli Bergmann, tauschte sich selbst eine halbe Stunde nach Spielschluss noch argumentativ aus.

TSV Nördlingen: Martin; Lamprecht, Michel, Käser, Schmidt, Holzmann (ab 87. Mozol), Raab, Buser (ab 77. Schreitmüller), Oefele (ab 58. Miehlich), Halbmeyer, Meyer

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